26.01.2017

Ökumene-Beauftragter Ralf Knauer zu Vorhaben im Reformationsgedenkjahr

Als katholische Christen beteiligt

Dessau-Roßlau. Im Reformationsgedenkjahr stehen hierzulande eine Vielzahl von Gottesdiensten, Veranstaltungen und anderen Angeboten auf dem Programm. Katholische Christen sind daran beteiligt. Eckhard Pohl sprach mit dem Ökumenebeauftragten des Bistums, Ralf Knauer:

Gemeindereferent Ralf Knauer ist im Bistum Beauftragter für Ökumene und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Sachsen-Anhalt.

Herr Knauer, in den nächsten Monaten wird es viele Angebote zum Thema Reformation geben. Die katholischen Christen sind eingeladen, daran teilzunehmen und sich zu beteiligen. Wie steht es darum?

Die Einladung, teilzunehmen und sich zu beteiligen, gilt besonders für die „Kirchentage auf dem Weg“, die es vom 24. bis 27. Mai parallel zum Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin unter anderem hier in Dessau, in Halle und Magdeburg geben wird und die ihren gemeinsamen Abschluss am 28. Mai in Lutherstadt Wittenberg finden sollen. Die Gottesdienste bei den Kirchentagen werden ökumenisch sein. Die Katholischen Pfarreien werden sich in Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau an der Gestaltung der Kirchentage beteiligen. So werden zum Beispiel katholische Christen in Dessau-Roßlau am Himmelfahrtstag beim abendlichen Anhalt-Mahl an einer 500 Meter langen Tafel in der Stadt die am Tisch Sitzenden mit bedienen und auch mit einem Info-Zelt präsent sein. In Zeitz wird es die Ausstellung „Dialog der Konfessionen. Bischof Julius Pflug und die Reformation“ geben. Pflug war als letzter katholischer Bischof von Naumburg-Zeitz ein früher ökumenischer Netzwerker. Schirmherren sind Kardinal Kurt Koch aus Rom und Pfarrer Martin Junge vom Ökumenischen Weltrat der Kirchen. Die Katholische Akademie sorgt für ein Begleitprogramm zu Ausstellung. Beim Kirchentag auf dem Weg in Erfurt, der unter dem Thema „Ökumene“ steht, wird der auch von Katholiken- und Kirchentagen bekannte Stand „Ökumene in der Mitte“ für ein enges Miteinander der Konfessionen werben und Christus in den Mittelpunkt stellen.

Es war ja immer wieder vom gemeinsamen Feiern eines Christusfestes die Rede. Wie sieht das nun aus?

Die Rede vom Christusfest steht als Chiffre dafür, Christus in die Mitte allen Reformationsgedenkens zu stellen. Martin Luther hat Gott und hat Christus wieder mehr in die Mitte des christlichen Glaubens holen wollen. Dies geschah zum Beispiel durch die Verwendung der deutschen Sprache in den Gottesdiensten oder durch Luthers lebensnahe Bibelübersetzung.
Christus in die Mitte holen zu wollen, ist etwa schon im Versöhnungs-Gottesdienst im schwedischen Lund am 31. Oktober 2016 oder zuvor am 25. November 2015 bei unserem unserem ökumenischen Versöhnungsweg durch Wittenberg wichtiges Anliegen gewesen. Nun wird es am 11. März in Hildesheim einen weiteren solchen Versöhnungsgottesdienst „Heilung der Erinnerungen“ auf deutscher Ebene geben. Darüber hinaus sind alle christlichen Gemeinden aufgerufen, vor Ort Schritte der Versachlichung und Versöhnung zu gehen und dies auch in Gottesdiensten zu feiern. Bischof Gerhard Feige hatte dazu beim Pastoraltag im Herbst ausdrücklich ermutigt. Für solche Gottesdienste gibt es verschiedenen Vorlagen und Materialien.

Während der Weltausstellung Reformation in Wittenberg wollen die deutschen Bistümer unter dem Stichwort „Katholisch in Lutherstadt“ präsent sein. Worum geht es?

Die Weltausstellung „Sieben Tore der Freiheit“ findet vom 20. Mai bis 10. September statt. In dieser Zeit wollen die Ökumenereferate der Bistümer je eine Woche in der katholischen Pfarrei in Wittenberg gestalten. Verschiedene Angebote sind geplant, so zum Beispiel ein Kirchencafé; Kurzmeditationen zu jeder vollen Stunde; täglich 15 Uhr Austausch unter dem Motto: Was ich schon immer einen Katholiken fragen wollte; Angebot zur Entdeckung des katholischen Kirchenraumes anhand der Ausstellung „Katholiken feiern ihren Glauben“; die Mitfeier der Eucharistie sonntags 10.30 Uhr; die Möglichkeit, den historischen Weg der katholischen Gemeinde anhand der Ausstellung „Katholisch in Lutherstadt“ zu verfolgen, und einiges mehr.
Auch unser Bistum ist gefordert, diese Angebote mitzutragen und zwar vom 20. bis 27. Juni zur Themenwoche „Gerechtigkeit“ der Weltausstellung und vom 15. bis 22. August zur Themenwoche „Bibel und Bild“. Ich lade deshalb alle Pfarreien und Gruppen im Bistum ein, einen dieser Wochentage im obigen Sinne vor Ort mitzugestalten und bitte bereits bis 31. Januar um Rückmeldungen. Die jeweiligen Vertreter haben die Möglichkeit, die Weltausstellung in Wittenberg zu erleben, die sich in sieben „Torräumen“ mit Themen wie Kultur, Spiritualität oder Globalisierung auseinandersetzen wird.

Informationen / Anmeldung
Rückfragen / Anmeldung als Helfer für Begleitprogramm „Katholisch in Lutherstadt“: Ökumene-Beauftragter Ralf Knauer, Tel. 03 40 / 2 21 09 87; E-Mail: burud.knauer@t-online.de
Mehr Infos: Gottesdienstmodelle, Newsletter Nr. 5: Ökumene (November 2016) unter www.bistum-magdeburg.de; www.luther-neu-hinsehen.de