09.02.2017

Neuer Generalvikar in Berlin eingeführt

Auch Bleistiftspitzen ist wichtig

Erzbischof Heiner Koch hat Pater Manfred Kollig als seinen neuen Generalvikar in sein Amt eingeführt und seinen Vorgänger, den jetzigen Dompropst Tobias Przytarski, mit einem herzlichen Dank verabschiedet.

Von links: Dompropst Tobias Przytarski, Erzbischof Heiner Koch und Generalvikar Pater Manfred Kollig beim Empfang. | Foto: Walter Wetzler

Der neue Generalvikar des Bistums Berlin, Pater Manfred Kollig, hat die Christen zum Dienst in der Welt aufgerufen. „Wir müssen auf der Höhe der Zeit in dieser Welt leben“, sagte er in der Predigt am Fest der Darstellung des Herrn (2. Februar) in der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin. Im Rahmen dieses Gottesdienstes wurde P. Kollig von Erzbischof Heiner Koch als neuer Generalvikar für das Erzbistum eingeführt.
Christen leben in dieser Welt und in dieser Zeit
Die Kirche habe viele Einrichtungen, Gebäude und Mitarbeiter, so der neue Generalvikar weiter. Das alles nutze nichts, „wenn wir damit nicht Gott in der Welt ein Gesicht geben. Bezeugen wir, dass Christus in dieser Welt zu finden ist und dass er uns in den Menschen begegnet.“ Christen lebten nicht außerhalb der Welt, „sondern wir leben in dieser Zeit mit allem, was sie an Freude und Leid mit sich bringt“.
Bei der Übergabe der Ernennungsurkunde am Ende des abendlichen Gottesdienstes wünschte der Erzbischof seinem neuen Stellvertreter, der vor allem für Verwaltungsfragen zuständig ist, „viele tiefe Begegnungen, nicht zuletzt auch mit den Menschen, die nicht unserer Kirche angehören, und die ich dir besonders ans Herz legen möchte“. Begegnung mit anderen Menschen gehöre wesentlich zur Kirche. „Und wenn Bleistiftspitzen und Zahlen zusammenrechnen diesen Begegnungen dient, dann haben auch solche Hilfsdienste, wie sie ein Generalvikar oft verrichten muss, ihre Bedeutung für die Kirche.“ Als Geschenk überreichte der Erzbischof P. Kollig eine Kerze und verband damit den Wunsch: „Bring das Ordinariat zum Leuchten und zum Brennen!“
Dank an Vorgänger und an die Arnsteiner Patres
Dem bisherigen Generalvikar Tobias Przytarski dankte der Erzbischof herzlich für seinen Dienst. „Es war gut, dass ich mit dir meine Einführungszeit im Erzbistum erleben durfte.“ Przytarski hatte bereits vor einigen Wochen seine neue Aufgabe übernommen: Als Dompropst von St. Hedwig wird er bei der Sanierung und Umgestaltung der Kathedrale große Verantwortung tragen. Der Erzbischof verband damit den Wunsch, dass er auch das kirchliche Leben an der Kathedrale und in der Stadt Berlin mitgestaltet. Mit den Abschiedsgeschenken kann sich der bisherige Generalvikar aber erst einmal von den Mühen der letzten Jahre erholen: Erzbischof Koch überreichte einen Krimi und einen Theatergutschein.
Ein letzter Dank des Erzbischofs am Ende des Gottesdienstes ging an den Provinzial der Arnsteiner Patres, P. Heinz-Josef Catrein. Dieser Gemeinschaft gehört P. Kollig an. „Ich weiß, dass es für eine Ordensgemeinschaft nicht einfach ist, ein Mitglied für eine Aufgabe in einem Bistum freizustellen“, betonte der Erzbischof.
P. Kollig war bisher in der Schulseelsorge und in der Ordensleitung in Rom tätig, er verantwortete den Bereich Liturgie beim Kölner Weltjugendtag 2005 und arbeitete dann in der Leitung des Bistums Münster, zuletzt als  Hauptabteilungsleiter Seelsorge.

Von Matthias Holluba