09.02.2017

Neujahrsempfang im Bistum Magdeburg

Dankbar für die Partner

Engagierte Haupt- und Ehrenamtliche, die trotz anderen Hintergrunds im gemeinsamen Anliegen mit der katholischen Kirche kooperieren, waren zum Neujahrsempfang von Bischof Gerhard Feige eingeladen.

Jugendbildungsreferent Stephan Schmitz-Tekaath und Diözesan-Jugendseelsorger Christoph Tekaath sorgen mit ihren kabarettistischen Überlegungen, was denn katholisch sei, für viel Spaß bei den Gästen des Neujahrsempfangs. | Foto: E. Pohl

Zu seinem Neujahrsempfang lädt Bischof Gerhard Feige gemeinsam mit Mitarbeitern des Ordinariats jedes Jahr eine andere Personengruppe ein. Diesmal galt der Empfang Ehren- und Hauptamtlichen, die trotz unterschiedlichen Hintergrunds mit katholischen Christen dieselben Interessen verfolgen und sie in Kooperation miteinander verwirklichen. Gemeinsam mit einer Reihe katholischer Haupt- und Ehrenamtlicher aus dem Bistum kamen so am 28. Januar gut 150 Personen im Saal der Magdeburger Kathedralpfarrei St. Sebastian  zusammen. Unter den Gästen waren etwa Vertreter aus Stadtverwaltungen und von Firmen, von Museen und Stiftungen, von Vereinen und Initiativen. So gestaltet zum Beispiel der Liedermacher Maxim Wartenberg mit seinem Musikprojekt „Trommelfloh“ gemeinsam mit den Veranwortlichen des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara in Halle Familienkulturtage im Stadtteil. Oder: Die Verantwortlichen des Kunstmuseums „Unserer Lieben Frauen“ in Magdeburg präsentieren 2017 zum Reformationsgedenkjahr die Ausstellung des Katholikentags von Leipzig, „Seht, da ist der Mensch“, in Magdeburg.

Auf Zusammenarbeit angewiesen
„Wir Katholiken sind wenige hier in Sachsen-Anhalt. Wir versuchen, uns als ,schöpferische Minderheit‘ in die Gesellschaft einzubringen und sind auf die Kooperation mit Nichtkatholiken angewiesen“, brachten zu Beginn des Empfangs Diözesan-Jugendseelsorger Diakon Christoph Tekaath und Jugendbildungsreferent Stephan Schmitz-Tekaath kabarett-ähnlich die Situation ein wenig auf den Punkt und teilten dabei nicht ganz ernst gemeinte „Anmeldeanträge zum Eintritt in die Katholische Kirche“ und „Änderungsanträge zur Tarifänderung für Getaufte (rk)“ aus.
Bischof Gerhard Feige dankte allen Kooperationspartnern. Er sei froh darüber, „dass es so viele sind, die für ... unser Wirken in der Gesellschaft offene Ohren haben und uns dabei unterstützen“, so der Bischof. Es sei Aufgabe der Kirche, sich in die Gesellschaft einzumischen. Zwar habe die Kirche selbstverständlich nicht den Anspruch, aus dem Evangelium konkrete Lösungen für die vielen Aufgaben in Politik, Kultur, Sozialem oder Wirtschaft abzuleiten und nicht die dafür notwendige Kompetenz. Aber um den Menschen mit seiner Würde, seinen Rechten und seiner Freiheit gehe es in allen diesen Bereichen – und dazu hätten Christen durchaus Wesentliches beizutragen. Denn es sei eben wichtig, dass die Gottesfrage in einer Gesellschaft lebendig gehalten wird.
Feige sieht die Kirche etwa in der Pflicht, aufzuzeigen, wohin nationalistische und fremdenfeindliche Tendenzen führen. „Umso wichtiger erscheint es mir deshalb, dass diejenigen an einem Strang ziehen, die sich für Demokratie, die Achtung der Menschenwürde und für eine solidarische Zivilgesellschaft einsetzen.“
Sichtbar wurde Kooperation mit anderen gesellschaftlichen Bereichen auch durch Chor und Band der Justizvollzugsanstalt Burg, die unter Leitung von Andreas C. Reinboth und Gefängnisseelsorger Christoph Kunz den Neujahrsempfang musikalisch mitgestalteten. Für nachdenkliche Momente und Erheiterung sorgte der Magdeburger Autor, Literat und Performer - mit Münsteraner Wurzel - Herbert Beesten mit seinem Beitrag.

Katholiken: Menschen wie du und ich
Am Ende ging es Diakon Teekath und Referent Schmitz-Tekaath noch einmal kabarettistisch um die Frage, was denn eigentlich katholisch ist. Ihre Antwort: „Katholiken sind Menschen wie du und ich. Und deshalb können Christen und Nichtchristen als Partner gemeinsam für die gute Sache einstehen. Mit der Zahl der abgegebenen Anmeldeanträge zum Eintritt in die Kirche waren die beiden – augenzwinkernd – übrigens nur halb zufrieden.

Von Eckhard Pohl