09.03.2017

Konfessionslose Erzieher in katholischen Kitas

Entscheidende Frage

Magdeburg (caritas/tdh). Eltern erwarten in kirchlichen Kitas religiöse Angebote. Viele Erzieherinnen aber sind ohne Konfession. Verantwortliche der katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum diskutierten Möglichkeiten.

Tagung der Mitglieder der AG für katholische Kindertageseinrichtungen im Bistum. | Foto: Chr. Laas

Mit der spirituellen Beheimatung auch konfessionsloser Fachkräfte in Katholischen Kindertagesstätten (Kita) beschäftigte sich die 20. Mitgliederversammlung der Diözesan-Arbeitsgemeinschaft Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK). Am 2./3. März trafen sich Träger und Leitungen aus den 36 katholischen Kitas im Roncalli-Haus in Magdeburg. Diskutiert wurde das Selbstverständnis katholischer Kindertageseinrichtungen angesichts aktueller Entwicklungen: Eine von der Diözesan-AG kürzlich durchgeführte Befragung der weitgehend konfessionslosen Eltern hat gezeigt, dass zwei Drittel ihre Kinder aufgrund der religiö-sen Bildungsangebote angemeldet haben. Ferner zeigen neue Erhebungen, dass die Zahl der konfessionslosen pädagogischen Fachkräfte stetig wächst. Beide Entwicklungen veranlassten die Verantwortlichen, sich erneut mit dem Selbstverständnis der katholischen Kitas zu befassen.

Religiöse Bezüge stellen auch Konfessionslose her
Professor Matthias Hugoth von der Katholischen Hochschule Freiburg stellte neue Ansätze der Profilbildung katholischer Kitas vor, die es ermöglichen, auch konfessionslose Fachkräfte in die Bildungsarbeit der Kitas mit ihren spezifischen religionspädagogischen Ausrichtungen einzubinden. Zu diesen Ansätzen gehört das Verständnis der Kita als „religionsproduktivem Ort“. Im Gegensatz zu einem Ansatz der reinen Vermittlung von Religion meint dieser „religionsproduktive Ansatz“: Kinder und Erzieherinnen entwickeln aus ihren Lebenssituationen und ihren Erfahrungen heraus Vorstellungen über Gott und die Welt – auch wenn sie keiner Konfession angehören. Damit wird auch konfessionslosen Fachkräften die Offenheit und Fähigkeit zugestanden, bei ihren Fragen und Ansichten über Gott und die Welt Bezüge zur Religion herzustellen und sich also an der religiösen Bildungsarbeit der Kita zu beteiligen. Darum sollte die Kita auch ihnen eine spirituelle Beheimatung ermöglichen. Entsprechend wurden bei der Mitgliederversammlung Fragen der Spiritualität der Fachkräfte und dem Geist der Einrichtungen sowie der spirituellen Begleitung sowie der Fort- und Weiterbildung erörtert.
Das christliche Selbstverständnis katholischer Kindertageseinrichtungen steht seit Gründung der Diözesan-AG der Katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum vor 20 Jahren für den Vorstand um Geschäftsführerin Marita Magnucki kontinuierlich auf der Tagesordnung. Pfarrer Christian Grubert stand zehn Jahre an der Spitze dieses Vorstandes und wurde von der jetzigen Mitgliederversammlung im Rahmen der Neuwahl des Vorstandes feierlich verabschiedet.

Diözesan-AG der KTK wählte neuen Vorstand
In den neuen Vorstand der KTK-Diözesan-AG wurden trägerseitig Pfarrer Winfried Runge, Haldensleben, Trägerreferentin Manon Degenhardt, Oschersleben, und Pfarrer Daniel Rudloff, Merseburg, gewählt. Als Kita-Leiterinnen sind Christine Dziersan, Staßfurt, Martina Tippelt, Haldensleben, Andrea da Silva Ferreira, Schönebeck, und Benadette Kindl, Halle, im Vorstand.

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