01.12.2016

Ministrantenpastoral im Erzbistum Berlin soll neue Wege gehen

Mehr auf das Warum eingehen

Berlin. Seit 2013 ist Christian Andrees beim Erzbischöflichen Amt für Jugendseelsorge Referent für Ministrantenpastoral. Jetzt will er auf diözesaner Ebene neue Angebote für Gruppen machen.

Ministranten sollten mehr mit Kollegen aus anderen Gemeinden in Berührung kommen – wie hier bei der zentralen Fronleichnamsprozession. Foto: Erzbischöfliches Amt für Jugendseelsorge

„Vielfach geht es bei der Ministrantenarbeit darum, wie der Dienst korrekt gemacht wird. Zukünftig wollen wir auf Bistums-ebene mehr auf das ‚Warum‘ und das ‚Wofür’ eingehen.“ Ministrantenreferent Christian Andrees will neue Wege gehen. Als besondere Herausforderung benennt er die große Fläche des Erzbistums, die in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen noch einmal schwerer wiege als sowieso schon. Denn weite Wege legen diese nicht allein zurück. „Wir merken das schon bei der Ministrantenwallfahrt nach Alt-Buchhorst jedes Jahr“, bedauert Andrees. „Wir bieten schon an, vorher kostenlos zu übernachten, aber aus Vorpommern kommen trotzdem nur sehr wenige.“
Andrees ist es wichtig, die Ministranten inhaltlich an ihren Dienst heranzuführen. Dabei hat er im Auge, wie unterschiedlich in den Gemeinden des Erzbistums die Herangehensweisen sind: In manchen Gemeinden seien die Ministranten die einzige Jugendgruppe, in anderen gebe es vor allem die allgemeine Jugendarbeit und keine eigene Gruppenstunde für Ministranten. „Das ist schon eine Spannbreite“, findet der Ministrantenreferent.
 
Ministrantengruppen miteinander vernetzen
Die Ministrantengruppen, die aktuell „auf ihre eigene Gemeinde zentriert“ seien, will Andrees miteinander vernetzen. „Die Minis können viel profitieren, wenn sie hören, wie es in anderen Gemeinden läuft“, erklärt er dieses Vorhaben. Erlebt habe er das schon bei den Gruppenleiterschulungen, wo die Jugendlichen sich über schwierige Situationen austauschten und in kollegialen Beratungen zu erstaunlich kreativen Lösungen kamen.
Begonnen hat Andrees die Vernetzung der Gruppen aus den verschiedenen Orten und Gemeinden bei der diesjährigen Ministrantenwallfahrt nach Alt-Buchhorst: „Wir haben ausgehend von einem zentralen Bühnenprogramm Aktionen gemacht, um miteinander in Begegnung zu kommen. Eine Aufgabe war, dass sich Gemeinden finden, deren Ministranten sich im Laufe eines Jahres gegenseitig besuchen.“
Die Partnerschaften würden jeweils mit 100 Euro gefördert. Es hätten sich einige Tandems gefunden, die auch größere Entfernungen zu überwinden bereit sind: So treffen die Ministranten aus Frankfurt an der Oder auf diejenigen aus Berlin-Spandau, die Rüdersdorfer lernen ihre Kollegen aus Schwedt besser kennen und die Altardiener aus Brandenburg an der Havel begegnen denen der kroatischen Mission.
 
Der Traum vom Mini-Mobil
Einen Traum hat Christian Andrees noch: „Wir wollen gern einen Mini Cooper als Mini-Mobil.“ Mit solch einem kleinen Auto könne die Ministrantenpastoral dann die Ministrantengruppen auch in größerer Entfernung besuchen und hätte das passende Material dabei, um in der Gruppenstunde Inhalte zu vertiefen. Dabei stellt er sich vor, die Kinder und Jugendlichen etwa ihren Kirchenraum anders erfahren zu lassen, indem beispielsweise jeder seinen Lieblingsplatz suche oder alle die Augen schließen und die Kirche hörend oder fühlend wahrnehmen.

Ministrantengruppen, die Kontakt zu Christian Andrees aufnehmen oder ihn zu sich einladen wollen, erreichen ihn unter 030 / 75 69 03 48 oder christian.andrees@erzbistumberlin.de 

Von Cornelia Klaebe