19.01.2017

Gottesdienste für Freunde des Karneval im Eichsfeld gefeiert

Seitenhiebe auf ewige Nörgler und Ignoranten

Leinefelde (gm). In der St. Bonifatiuskirche in Leinefelde fand die inzwischen achte Messe für Karnevalisten aus dem Eichsfeld statt. Pfarrer Markus Könen erinnerte in seiner Predigt an die derzeit angespannte Lage in Politik und Gesellschaft.

Freunde des Karneval kamen in Leinefelde zum Auftakt der diesjährigen Saison zusammen, um gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern. Foto: Gregor Mühlhaus

Freunde des Karneval aus Leinefelde, Gernrode, Heiligenstadt, Niederorschel, Breitenbach und Sollstedt kamen gut geschmückt zur achten Karnevalisten-Messe, zu der Pfarrer Markus Könen in die Bonifatiuskirche Leinefelde eingeladen hatte.
Die Menschen hörten tagtäglich von Krieg, Flucht, Terror und Migration, so Könen in seiner Predigt. Auch Worte wie Lügenpresse, Volksverräter, Verschwörungstheorien und Verwaltungs-und Gebietsreform bestimmten die aktuelle Großwetterlage in den Medien. Dass, was die Menschen da hörten, lasse sie bisweilen nicht mehr ruhig schlafen. Der Medienkonsument vernehme aber nur das, was er wirklich hören wolle, so der Geistliche. Anschließend nahm sich Könen die in allen Schichten der Gesellschaft anzutreffenden Schwarzmaler und Moserer vor, verteilte insbesondere einen Seitenhieb auf die ewigen Nörgler und Ignoranten und kritisierte die Oberflächlichkeit, mit der manche Zeitgenossen ihr Leben gestalteten.
Noch nie habe ein Pessimist ein kleines Stück zur Verbesserung oder Heilung der Welt beigetragen, fand der Pfarrer deutliche Worte und fügte hinzu, „Nur Pessimisten vernehmen in einem fiebrigen Wahn aus Schimpfen und Kritisieren etwas Gutes“.  Zum Schluss richtete  Könen wiederholt seinen Appell an die Faschingsfreunde, optimistisch nach vorn zu blicken. Gerade der Karneval bringe Jahr für Jahr etwas von der Leichtigkeit und von der Freude des Lebens in die Dörfer und Städte und verwandele manch finsteres Gesicht in ein strahlendes Lachen. „Schließlich sind wir alle kleine Sünderlein, die aber in den Himmel kommen, weil wir ja so brav sind“, schmunzelte Könen.
Rolf Berend, der Vorsitzende des Gernröder Karneval Vereins, der auch in diesem Jahr mit einer starken Abordnung vor Ort war, sah in der Messe einen guten Auftakt für die sogenannte fünfte Jahreszeit. Sein Vereinskollege Ernst Siebert griff das Predigthema noch einmal auf und meinte: „Leider Gottes ist es einfacher, einen Menschen zum Jammern zu bringen als ihn zum Lachen zu bewegen“.